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Nationalpark Krka und die Spuren des Krieges

Nationalpark Krka

In fast allen Reiseberichten die wir durchstöbert haben, kam der Name des Nationalparks Krka vor. Vielleicht kommt einem der Gedanke auf, dass zwei Nationalparks hintereinander keine gute Idee sind, wir erhofften uns allerdings einen besseren Vergleich. Ein richtiger Favorit hat sich leider nicht herauskristallisiert, da die beiden Orte unterschiedlicher nicht sein könnten.

An einem trüben Morgen, während der Nebel noch die Landschaft bedeckte, fuhren wir von unserer Unterkunft am NP Plitvicer Seen weiter Richtung Adriaküste im Süden. Das Wetter schien uns einen Strich durch die Rechnung zu machen, da es anfing in Strömen zu regnen. Ein wenig betrübt über die Situation nährten wir uns dem ersten Ziel. Die erste Besonderheit von Krka besteht darin, dass der Nationalpark viel weitläufiger als der Plitvicer Seen NP ist. Vieles ist nur mit dem Auto zu erreichen, zwischendurch fährt man wieder durch „normales“ Land und dann findet man sich doch im naturgeschützten Raum wieder.

Die erste Sehenswürdigkeit waren Ruinen eines alten römischen Amphitheaters sowie zwei elegante weiße Bögen eines zerstörten Aquädukts. Wie auch zu erwarten, waren wir die einzigen Besucher an diesem Ort. Viel zu sehen gab es leider auch nicht, da um das Amphitheater herum weiterhin Ausgrabungen stattfanden und nach dem Regen vieles nicht begehbar war. Um den Ort nicht vollkommen umsonst bereist zu haben, bogen wir in eine Seitenstraße, die uns letztendlich zu dem Highlight des ganzen Tages brachte. Wasser, dass sich seinen Weg durch ein stark bewachsenes Tal gebahnt hatte, bildete an dieser Stelle mehrere wunderschöne Wasserfälle. Einen Aussichtspunkt auf einen weiteren Wasserfall nahmen wir zunächst nicht ernst, da wir nirgendwo über diesen gelesen hatten. Dennoch wurden wir mit einer atemberaubenden Schönheit der Landschaft belohnt. Außer uns war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Eine willkommene Abwechselung zu dem vorherigen Tag. Als wenn das nicht genug wäre, zeigte das Wetter sein Erbarmen und einige Sonnenstrahlen schienen sich durchzukämpfen.

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Bei der weiteren Durchreise besuchten wir außerdem das bedeutendste serbisch-orthodoxe Kloster Krka aus dem 14. Jahrhundert. Dieses liegt an einem kleinen See umgeben von hohen Karstgebirgen. Nach einer kleinen Führung durch das Kloster schauten wir uns noch den umliegenden Park an und fuhren weiter zum Fluß Krka. Hier legten wir eine kleine Wanderung entlang des Flusses ein.

Die letzte Sehenswürdigkeit, die auf dem Programm stand, ist zugleich auch die Größte des ganzen Nationalparks. Skradinski Buk heißt der größte Wasserfall des Nationalparks. Erreichen kann man diesen via Boot vom nahegelegenen Städtchen Skradin. Im Vergleich zu dem morgigen Besuch, war es hier wieder ein wenig voller. Einen Rundgang am Wasserfall ersparten wir uns diesmal, da die Landschaft sich sehr den Plitvicer Seen ähnelte und auf uns eine lange  Autofahrt wartete.

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Spuren des Krieges

Bei der Durchreise durch den NP und die Verbindungsstraßen ist uns vor allem eins aufgefallen – einige Häuser standen leer. Zuerst haben wir uns weniger dabei gedacht, bis wir teilweise an menschenleeren Ortschaften vorbeifuhren. Der Hintergrund: Die Gegend in welcher wir uns befanden, gehörte früher zur Republik Serbische Krajina, einem autonomen Gebiet der Serben im Jugoslawischen Krieg 1991-1995. Gerade hier fanden viele Vertreibungen und Massaker statt, die Spuren blieben bis in die Gegenwart erhalten. Vereinzelt standen neue Häuser, die ein wenig Normalität rüberbringen sollten, doch das Ausmaß der Gräueltaten ist selbst nach 20 Jahren spürbar und prägt das Landschaftsbild gewaltig.

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